Aktuelles aus den Medien und dem Internet
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Wir als Ärzte... |
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Diese Artikel erschienen oder erscheinen auch im Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern am Albis und werden hier mit freundlicher Genehmigung der Redaktion und der Autorinnen und Autoren wiedergegeben. |
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Weniger Angst |
Dr. med. Heiner Lachenmeier |
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Laut Umfrage anerkennt die Bevölkerung den Preis für unser hochstehendes Gesundheitswesen. Diese Anerkennung könnte die Basis für die Lösung der offenen Fragen bilden. Trotz Prämienschock ist die Mehrheit der Bevölkerung bereit, für die hohe Qualität unseres Gesundheitswesens den entsprechenden Preis zu bezahlen (siehe Kasten). So stand es in den Zeitungen zu lesen. Das freut mich als Arzt und Psychiater. Mehr noch, es nimmt mir die Angst. Die Angst nämlich, die mich regelmässig befällt, wenn ich die mitunter schrillen Medienberichte über die vermeintliche Kostenexplosion im Gesundheitswesen lese. Im Ernst, das lässt mich nicht kalt. Vor allem wenn im Unterton meist uns Ärzten die Verantwortung zugeschoben wird. Ich bin zwar gewohnt, Verantwortung zu tragen. Das bringt mein Beruf mit sich. Doch Zielscheibe zu sein, wo Politik, gesellschaftliche Entwicklungen, Sie als Patienten und die Versicherer ebenfalls beteiligt sind, das ist ein unangenehmes Gefühl. Vielleicht kennen wir gegenseitig unsere Lage zu wenig. Unter Ärzten entsteht manchmal der Eindruck, die Bevölkerung sei zwar bereit, für ein Auto 30-40'000 Franken zu zahlen, die Gesundheit dürfe aber nichts kosten, schliesslich seien die Zigarettenpreise schon hoch genug. - Da hat mich die erwähnte Befragung eines besseren belehrt. Und darüber bin ich froh. Das lässt mich auch ruhiger reagieren, wenn ein Patient meine Rechnung kritisch hinterfragt. Die Kostenentwicklung beschäftigt uns Ärzte. Es gibt Strukturen, die geändert werden müssen. Und es ist eine allgemein menschliche Eigenschaft, dass Änderungen zuerst Widerstand auslösen. Besonders defensiv reagieren wir Ärzte, wenn Extremlösungen vorgeschlagen werden. Seien es nun die Verstaatlichung der Medizin oder der völlig freie Markt. Beide Extremmodelle haben in der Praxis versagt. In England, wo die Verstaatlichung vorherrscht, litt und leidet die Qualität erheblich. In den USA, wo die Marktkräfte walten, ist die Zweiklassenmedizin Tatsache und die Kosten sind weltweit am höchsten. Da scheint die Stossrichtung des Schweizer Modells gar nicht so schlecht. Eine Kombination von "Planung wo nötig" und "Wettbewerb wo möglich", wie es Otto Piller vom Bundesamt für Sozialversicherungen nennt. Wussten Sie übrigens, dass auch er den Begriff "Kostenexplosion" für unangebracht hält? Wenn ich all das abwäge, dann dürfte die Zeit dafür reif sein, dass in Politik und Medien die drängenden Fragen des Gesundheitswesens vernünftig angegangen werden könnten. Die Basis scheint mir in der Bevölkerung jedenfalls mehr vorhanden, als es in den Medien und in der Politik den Eindruck erweckt. Das habe ich aus der eingangs erwähnten Untersuchung gelernt. Gesundheitsmonitor 2000
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