Aktuelles aus den Medien und dem Internet
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Wir als Ärzte... |
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Diese Artikel erschienen oder erscheinen auch im Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern am Albis und werden hier mit freundlicher Genehmigung der Redaktion und der Autorinnen und Autoren wiedergegeben. |
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Wir als Ärzte ... und unsere schwarzen Schafe |
Dr. med. Peter Knöpfel |
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Ärzte-Rang-Listen oder Ärzte-Rating als ein Versuch,
Kürzlich sass ich an meinem Schreibtisch, vor mir ein Fragebogen einer Krankenkasse. Die Schwarzen Schafe : sie werden in jüngster Zeit viel erwähnt und sind immer wieder einmal Thema in den Medien und in Diskussionen. Das ist angesichts der steigenden Gesundheitskosten verständlich. Die schwarzen Schafe unter den Ärzten und Ärztinnen sollen endlich auch zur Rechenschaft gezogen werden.
Die Sanktionen reichen von der Verpflichtung zu Rückvergütungen an die PatientInnen oder Krankenkassen über den Entzug der Berechtigung, kassenpflichtige Behandlungen durchzuführen bis zur strafrechtlichen Verfolgung. Die FMH, die Gesellschaft der Schweizer Ärztinnen und Ärzte, hat bisher nicht sehr laut aber doch klar versucht die allzu Schwarzen zur Rechenschaft zu ziehen. Leider haben die Gerichte dabei fast nie mitgespielt und es kam kaum je zu griffigen Massnahmen. Die Ärztegesellschaft selbst hat keine rechtlichen Befugnisse, sie kann höchstens den Ausschluss aus der FMH verfügen, was nicht allzu schmerzhaft ist. Einige der Schwarzen Schafe verlassen schon vor einem Ausschlussverfahren die Herde (d.h. sie treten aus der Ärztegesellschaft aus). Doch zurück zu mir: Kürzlich hat mich ein Patient auf falsch hohe Medikamentenpreise auf einer Rechnung von mir hingewiesen. Meine Abklärungen haben ergeben, dass die Software nicht narrensicher war, gewisse Preisänderungen wurden nicht nachgeführt, die Mehrheit der falschen Preise war allerdings nicht zu hoch sondern zu tief. Trotzdem, ein grauer Fleck! Bei der Erforschung meiner Schafwoll-Farbe bin ich aber auch auf ganz andere Fragen gestossen: All diese Fragen wird die geplante Ärzte-(Hit-) Liste nicht beantworten können. Es werden weder die medizinisch-fachlichen noch die ärztlich-menschlichen Qualitäten erfasst.
Die Krankenkassen-Liste gibt nicht Auskunft über gute und schlechte,
Die Liste wird auch nicht ersichtlich machen, wieso jemand teuer oder günstig behandelt. Nicht alle hohen Kosten sind missbräuchlich oder ungerechtfertigt. Ärzte und Ärztinnen, die überdurchschnitt-lich viele PatientInnen mit Krebsleiden, mit einer HIV-Infektion oder mit anderen chronischen und kostenintensiven Krankheiten behandeln, kommen auf einer solchen Liste schnell in Verdacht, zu teure Medizin zu betreiben. So können solche Listen im ungünstigsten Fall dazu beitragen, dass ein Arzt sich gezwungen sieht, kostenintensive PatientInnen weiterzuweisen, um in seinem Rating nicht abzufallen. Damit würde die Versorgungsqualität aber gesenkt statt gehoben. Bis zu einem gewissen Grad könnte dem abgeholfen werden, wenn ausgewogen zusammengesetzte Gremien überprüfen, ob es plausible Gründe für überdurchschnittlich hohe Kosten gibt. Nicht erfasst werden bis jetzt auch Kosten, die durch Spitaleinweisungen, Überweisungen an SpezialistInnen, durch Arbeitsunfähigkeitszeugnisse etc. verursacht werden. Kosten können natürlich auch entstehen durch verpasste Diagnosen, zu späte Überweisungen... Die jetzt geplante Ärzteliste der einen Krankenkasse ist sicher noch nicht sehr differenziert und wird noch gewaltig verbessert werden müssen. Aussagekräftige Listen können nur bei einem Zusammenwirken der Krankenkassen mit den Ärzten und allenfalls den PatientInnen entstehen.
Ich freue mich, wenn gemeinsam von allen Beteiligten
Meine Gründe
Mein Wunsch: Das Amt des Schafhirten, der weisse und schwarze Schafe trennt, möge nicht von den Krankenkassen alleine, sondern von kompetenten Gremien in ausgewogener Zusammensetzung ausgeübt werden. |
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